NEUE MINIJOB-REGELUNG mit Übergangsfristen bis 2014

Geringfügig entlohnte Beschäftigungen (Minijob und Gleitzone)
- Änderungen ab 01.01.2013

Der Bundestag hat am 25.10.2012 das Gesetz zu Änderungen im Bereich der geringfügig entlohnten Beschäftigung beschlossen. Das Gesetz tritt damit am 01.01.2013 in Kraft. 

Die wichtigsten Änderungen finden Sie hier aufgeführt. Bei speziellen Fragen informieren wir Sie gerne in unserer Kanzlei.  

Neue Formulare im Downloadbereich 

---------------------------------------------------------------------------------------------- 

Am 19.12.2012 wurden dazu das neue Gleitzonenrundschreiben und am 20.12.2012 die neuen Geringfügigkeits-Richtlinien (angepasst an die Minijobneuregelungen) veröffentlicht.

Geringfügigkeitsrisiken (PDF-Datei, 609 KB)

Gleitzonenrundschreiben (PDF-Datei, 217 KB)

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------- 

Die Minijobgrenze wird von 400,00 auf 450,00 Euro (Mindestbeitragsbemessungsgrundlage von 155,00 auf 175,00 Euro) angehoben, die Gleitzonenobergrenze von 800,00 auf 850,00 Euro.

Für bereits in 2012 bestehende Beschäftigungsverhältnisse mit

- einem Entgelt zwischen 400,01 und 450,00 Euro bzw. zwischen 800,00 und 850,00 Euro
  sind bis 2015 Bestands- und Übergangsregelungen anzuwenden.

- einem regelmäßigen Entgelt bis 400,00 Euro bzw. von 450,00 Euro bis 800,00 Euro sind 
  keine Änderungen bei der Lohnabrechnung zu berücksichtigen.

 -----------------------------------------------------------------------------------------------------------------  

Beschäftigung bereits vor 2013: Übergangsregelungen bis 31.12.2014!

Für Arbeitnehmer in einem bereits vor 2013 bestehenden Beschäftigungsverhältnis und einem Entgelt zwischen 400,01 und 450,00 Euro bzw. 800,00 und 850,00 müssen bei der Lohnabrechnung Übergangsregelungen beachtet werden. Die Übergangsregelungen sind nur bis 31.12.2014 anzuwenden.

- Gleitzone (400,01 - 450,00 Euro)

Bei Gleitzonen-Beschäftigten mit dieser Übergangsregelung gilt die Besonderheit, dass die Kranken- und Pflegeversicherungspflicht nur dann besteht, wenn der Arbeitnehmer nicht in einer Familienversicherung mitversichert werden kann. Ist der Arbeitnehmer familienversichert, so besteht kraft Gesetzes Versicherungsfreiheit zur Kranken- und Pflegeversicherung. In diesem Fall sind pauschale Beiträge (13%) zur Krankenversicherung vom Arbeitgeber zu zahlen.

Darüber hinaus ist eine Befreiung von der Kranken- und Pflegeversicherungspflicht auch auf Antrag des Arbeitnehmers möglich. Entsprechendes gilt zur Arbeitslosenversicherung. Die Beiträge zur Rentenversicherung und ggf. Arbeitslosenversicherung sind für Beschäftigte mit dieser Übergangsregelung weiterhin (d. h. 2013 und 2014) nach der bisherigen Gleitzonenformel zu berechnen.

Der Arbeitnehmer hat weiterhin die Möglichkeit zur RV-Option (= Opt-in, Zahlung von Rentenversicherungsbeiträgen). Nutzt der Arbeitnehmer bereits seit 2012 oder früher diese RV-Option, so ist ein Verzicht (Rückkehr zur RV-Befreiung) jedoch nicht möglich.

- Gleitzone (800,00 - 850,00 Euro)

Für Arbeitnehmer in einem bereits bestehenden Beschäftigungsverhältnis und einem Entgelt zwischen 800,00 und 850,00 Euro bleibt die SV-Pflicht weiter bestehen. Die Beitragsberechnung ist - wie bisher - anzuwenden (ohne Gleitzone).

Auf Antrag des Arbeitnehmers (bis 31.12.2014) kann jedoch die Gleitzonenregelung angewendet werden. Die Gleitzonenberechnung erfolgt dann mit der neuen Gleitzonenformel.


-------------------------------------------------------------------------------------------------- 

Neue Beschäftigung ab 2013: Die neuen Regelungen sind zu beachten!

Für Arbeitnehmer, die ab 2013 ein neues Beschäftigungsverhältnis antreten und ein Entgelt max. bis 450,00 Euro bzw. 450,01 - 850,00 Euro erhalten, sind die neuen Regelungen anzuwenden.

Gleiches gilt, wenn bereits seit 2012 eine Beschäftigung existierte und ab 2013 ein zusätzliches Beschäftigungsverhältnis aufgenommen wird. Dann gilt das neue Recht in jedem Fall für die hinzugetretene Beschäftigung. Unter Umständen kann dadurch sogar eine komplett neue versicherungsrechtliche Situation entstehen, die sich auch auf die bestehende Beschäftigung auswirkt.

- Minijob (bis 450,00 Euro)

Die neuen Minijobs sind rentenversicherungspflichtig. Das bedeutet, dass der Arbeitnehmer einen RV-Beitrag in Höhe von 3,9% der beitragspflichtigen Einnahme und der Arbeitgeber 15% übernimmt.

Auf Antrag kann sich der Arbeitnehmer bei Neueintritt oder später von der RV-Pflicht befreien lassen (= Opt-out). Der Antrag ist schriftlich gegenüber dem Arbeitgeber zu stellen. Der Befreiungsantrag muss an die Minijob-Zentrale per DEÜV-Meldung weiter geleitet werden. Widerspricht die Minijob-Zentrale innerhalb eines Monats nicht, gilt der Antrag als genehmigt. Die Befreiung ist dann rückwirkend ab Monat (nicht taggenau) der Antragstellung beim Arbeitgeber gültig.

- Gleitzone (450,01 - 850,00 Euro)

Für die Gleitzonenberechnung ist eine neue Formel anzuwenden.Die bisher mögliche RV-Option (Arbeitnehmer zahlt volle Beiträge) ist auch weiterhin möglich. 

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------  

Sehen Sie hier: Übersicht zu den Änderungen für 2013 bei den Mini- und
                     Gleitzonen-Jobs der deutschen Rentenversicherung